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Kein 9-to-5-Job!

Theaterschauspieler wie Christian Czeremnych müssen experimentierfreudig und weltoffen sein. Foto: Thilo Beu.

Noemi Anspach – hermannDIGITAL Reporterin und Hobby-Schauspielerin, hat Christian Czeremnych vom Bonner Schauspielensemble zum Interview getroffen.

1: Wie lange bist du schon am Theater?

So richtig als Schauspieler am Theater bin ich seit 7 Jahren. Ich war an der staatlichen Schauspielschule in Stuttgart und danach dort am Staatstheater. Seit 3 Jahren bin ich jetzt hier am Theater Bonn. 

2: Wolltest du schon immer Schauspieler*in werden?

Ich wollte eigentlich erst nach dem Abitur Schauspieler werden, also eher spät. Vorher habe ich nie selbst Theater gespielt und mich erst im Abitur bei Theaterbesuchen dafür Interessiert. Was heißt interessiert? Ich fand es grandios! Vor allem wie die Schauspieler: innen auf der Bühne stehen, so frei und lustig. Das mochte ich sehr und wollte das dann auch ausprobieren.

3: Was hast du gemacht bevor du zum Theater gegangen bist?

Davor habe ich total in den Tag gelebt. War viel draußen und mit Freund: innen unterwegs, habe gelesen und sehr gerne Leute auf der Straße beobachtet und sehr viel Quatsch gemacht. Nach dem Abitur musste ich dann noch 9 Monate Zivildienst machen, weil ich nicht zur Bundeswehr wollte. Da war ich dann auf der Unfallchirurgie in einem Krankenhaus bei mir in der Nähe, was eine tolle Erfahrung war, weil ich das erste Mal in meinem Leben richtig gearbeitet habe. 

4: Wenn du irgendwo auf der Welt Theater spielen könntest, egal wo. Wo wäre das?

Ich war mal auf Gastspiel in einem alten Theater in Lyon, das war großartig. Am liebsten würde ich auf der ganzen Welt Theater spielen, wenn das so einfach ginge, am liebsten natürlich in den Ländern die ich gerne mal bereisen würde wie Russland, Mexiko oder auch afrikanische Länder z.B. Äthiopien. Da war ich überhaupt noch gar nie.

5: In welchem Stück würdest du gerne mal die Hauptrolle spielen?

Puh, das ist schwer. Ich würde gerne viele tolle Rollen wie Hamlet oder Woyzeck spielen, aber am liebsten schaue ich was andere Leute mir für eine Vorstellung haben was ich spielen kann. Da kann ich dann die Rolle viel besser entdecken. 

6: Welche*n Schauspieler*in würdest du gerne einmal kennenlernen?

Also wenn ich mir eine/n aussuchen müsste dann Robert de Niro, das ist einer meiner Lieblingsschauspieler und ich glaube er wäre auch so ganz entspannt. Aber auch Olivia Colman verehre ich sehr, eine britische Schauspielerin die ist so lustig und ich glaube wir hätten sehr viel Spaß. 

7: Wer ist dein Vorbild?

Vorbilder sind meine Freunde und meine Eltern. Menschen die etwas bewegen und sich nicht unterkriegen lassen in einer Welt die nicht nur gerecht ist. Auch Musiker: innen die gerne höre, wie Nina Simone oder David Bowie.

8: Bei wie vielen Produktionen warst du schon dabei?

Ich weiß nicht wie viel ich schon genau gemacht habe, aber so grob geschätzt um die Dreißig mittlerweile. Zumindest bin ich schon so weit, dass ich den Überblick verloren habe. 

9: Welche hat dir am meisten Spaß gemacht?

Es machen mir die meisten Produktionen Spaß, manchmal ist es anstrengend, aber ich mag es sehr gerne Sachen auszuprobieren und etwas zu machen was ich mir vorher nicht ausgedacht habe. Tolle Produktionen waren z.B. „Der Idiot“, „Jugend ohne Gott“, „Prinzessinnendramen“ oder ein Stück das hieß „Was hält uns zusammen wie der Ball die Spieler einer Fußballmannschaft?“

10: Warst du schon als Kind gerne im Theater?

In meiner Kindheit habe ich leider gar kein Theater geguckt, aber ich kann es jetzt natürlich jedem empfehlen, auch weil es durch das Live Erlebnis auf der Bühne was ganz anderes ist als Kino oder Fernsehen.

11: Was war als du ein Kind warst dein Lieblingsbuch/stück?

Als ich ungefähr so alt war wie du ist der erste Teil von Harry Potter rausgekommen. Da war ich im Urlaub an der Ostsee und den habe ich dann am Strand verschlungen. Ab da fing für mich das große Lesen an. 

Was magst du am Theater spielen besonders?

Am Theaterspielen mag ich besonders das jeder Moment und jede Vorstellung total anders sein kann. Auch das spielen, also durch meine Phantasie einen anderen Menschen zu zeigen als mich selbst finde ich immer wieder großartig.

Interview: Noemi Anspach