Wusstest du schon…?

Fällt uns in Bonn bald die Decke auf den Kopf?

Erdbeben – wie hier im italienischen Aquila 2009 – richten oft große Zerstörungen an. Bild: Pixabay.

Kann es sein, dass unsere Häuser dank eines Erdbebens einstürzen, wir alle draußen schlafen müssen und sich riesige Risse durch die Straßen ziehen, aus denen Dinosaurier klettern?

Nein, wohl eher nicht. Dass die Erde hin und wieder mal bebt, kann aber durchaus sein. Dass wir die Beben spüren können, ist aber nur sehr selten der Fall. Dafür braucht es einen Wert von mindestens 3,5 auf der Richterskala. Damit das Beben Schäden an anfälligen Gebäuden verursacht wird ein Wert von 5 benötigt.  Die meisten Erdbeben, die in NRW gemessen werden haben einen Wert von unter 1. Das ist rund 350 mal weniger stark, als ein spürbares Beben. Dass im Rheinland überhaupt Erdbeben auftreten, hat damit zu tun, dass hier eine Schwächezone liegt. Die Erdbeben, die  zu spüren sind, werden meist durch Plattenbewegungen in Italien verursacht, wo die Eurasische und Afrikanische Platte zusammentreffen. Die meisten Beben entladen sich glücklicherweise nicht in Bonn sondern in der Aachener Region. Aber es gab trotzdem schon einige ziemlich heftige Erdbeben in der Region. Zum Beispiel gab es 1992 ein Erdbeben von der Stärke 5,9, dass eine Tote forderte und erhebliche Sachschäden in Millionenhöhe verursachte. Das Epizentrum lag nur wenige Km von der Grenze deutschen Grenze entfernt und es waren sogar Stöße bis nach London spürbar. In der neueren Zeitblieben die Erdbeben meist unter der 3,5er Marke, aber die Geschichte hat uns gezeigt, dass es immer wieder passieren kann. Fun Fact: Im Rheinland bebt es durchschnittlich dreimal pro Woche. 

Leo Ding, 7a

Als im Rheinland die Erde bebte

Wurde beim Erdbeben von 1992 leicht beschädigt: Der Kölner Dom. Bild: Pixabay.

Am 13. April 1992 erschütterte ein Erbeben der Stärke 5,9 nachts um 3:20 Uhr die Stadt Bonn. Es dauerte etwa 15 Sekunden und war das stärkste Erdbeben in der Region seit 1756. Das Epizentrum war in den Niederlanden, das Beben war aber bis London und Mailand zu spüren.

Die meisten Menschen fuhren vor Schreck aus dem Schlaf hoch. Einige empfanden das Beben „wie einen Güterzug, der durch den Hauskeller donnert und gleichzeitig ein Riese am Dachgebälk rüttelt“, ältere Menschen fühlten sich in den zweiten Weltkrieg zurückversetzt. Hunderte Bonner liefen in Schlafanzügen panisch aus ihren Häusern. In Bonn starb wegen des Bebens eine 79jährige Frau vor Aufregung an einer Herzattacke. In Nordrhein-Westfalen wurden etwa 30 Menschen verletzt, meist durch herabfallende Dachziegel oder Bausteine. Es kam zu erheblichen Gebäude- und Sachschäden von über 100 Millionen Euro. Zum Beispiel stürzten von der Spitze des Kölner Doms mehrere große Kreuzblumen aus Naturstein in die Tiefe, die teilweise das Dach des Domes aufrissen.

Schnee von gestern?

Wer nun meint, das sei Schnee von gestern, irrt sich! In den letzten 30 Tagen gab es in der Region Bonn drei Erdbeben der Stärke von 2.0 oder höher. Außerdem wurden 91 kleinere Beben registriert, die Menschen normalerweise nicht spüren können. Beruhigend ist, dass das letzte deutlich spürbare Beben in der Bonner Region mit größeren Schäden im August 2007 passierte. Die Region Aachen erlebte Anfang 2021 eine Erdbeben-Serie mit Stärken bis 2,7. Beben dieser Stärke werden als leichtes Rumpeln empfunden, sie richten aber in der Regel keine Schäden an.

Nach einer Risikoanalyse des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BKK ist insbesondere das Gebiet westlich von Köln erdbebengefährdet. Im Falle eines Erdbebens der Stärke 6,5 könnte laut BKK dort z.B. mehrere Tage der Strom ausfallen.

Bonn – eine Erdbebenzone?

Bonn liegt in der Niederrheinischen Bucht. Die Geologie der Niederrheinischen Bucht ist durch eine immer noch andauernde Dehnung der Erdkruste bestimmt, was zu Ausdünnungen, Verwerfungen und Bruchschollen in der Kruste führt. Deshalb ist die Niederrheinische Bucht eine Schwächezone für Erdbeben.

Am häufigsten treten Erdbeben durch Verschiebungen zwischen zwei Kontinentalplatten auf. Der für die Niederrheinische Bucht nächste Punkt liegt südlich von Italien, wo die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinandertreffen. Der Druck einer solchen Kontinentalplattenverschiebung wird in Schwächezonen, darunter die Niederrheinische Bucht weitergeleitet und entlädt sich dort in Erdbeben.

Maximilian Rotheneder, 7d

Quellen: Wikipedia; Generalanzeiger, Westfälische Zeitung; Westdeutscher Rundfunk; volcandiscovery.com; erdbeben.de

Mit voller Wucht

Orte, an denen tektonische Platten aufeinanderstoßen wie hier in Island, sehen oft fantastisch aus – kommen die Platten aber in Bewegung, dann entfalten sie eine mörderische Wirkung. Bild: Pixabay.

Erdbeben in Bonn? Ja, auch in Bonn bebt ab und zu mal die Erde. Aber was ist ein Erdbeben eigentlich und wie entsteht es?

Um zu verstehen, wie es funktioniert, dass die Erde bebt musst du wissen dass wir zwar auf Kontinenten leben, diese aber auch auf Gestein liegen, auf so genannten „Kontinental – Platten“. Wir zum Beispiel leben auf der Eurasischen – platte, es gibt aber auch zum Beispiel die Indo – Australische – platte auf der beispielsweiße Australien liegt. Diese Platten schwimmen auf Magma, also auf flüssigem Gesten.

Es gibt verschiedenste „Arten“ von Erdbeben. Es gibt Erdbeben die „von Menschen gemacht“ worden sind, selbstverständlich unabsichtlich. Zum Beispiel wurde früher im Ruhrgebiet Steinkohle abgebaut, dafür wurden in der Erde Stollen errichtet, dar Heute zutage keine Steinkohle mehr gefördert wird bzw. sie ersetzt wurde, hat man die Stollen verfüllt, mit Beton und Steinen. Komplett verschließen konnte man die Stollen nicht, weshalb noch ein Paar Luftlöcher vorhanden sind, deshalb sackt die Erde manchmal ab und deshalb vibriert  die Erde wann das passiert. Ein „Richtiges Erdbeben ist es nicht obwohl die Erde vibriert.

Echte Erdbeben entstehen aber zum Beispiel wenn zwei Kontinental – Platten sich gegeneinander schieben. So entsteht eine Spannung die sich nach einer Zeit entlädt was zur Folge hat das die Erde bebt. Man hört in den Nachrichten immer wenn es ein größeres Erdbeben, gab das es die Stärke von beispielsweise 5 hatte. Diese Zahl „5“ bedeutet wie stark das Erdbeben war. Bei Erdbeben wird mit der Richterskala gemessen. Die Stärken bei Erdbeben können von Stärke 1 auf der Richterskala bis Stärke 10 auf der Richterskala gehen. Ein Erdbeben muss man nicht unbedingt bemerken dar es erst ab stärke 3 bis 3,5 spürbar ist.

Nicht jedes Erdbeben ist so extrem das Häuser einstürzen, nein. Hier in Bonn gab es erst am 15.02.2021 das letzte Erdbeben. Das stärkste Erdbeben in Bonn war am 22.Juli 2002 mit einer Stärke von 5 auf der Richterskala.

Julia Schmale, 7d

Warum bebt die Erde?

Seismographen zeichnen Erdbeben auf. Bild: Pixabay.

Vielleicht hat sich das jemand schon einmal in seinem Leben gefragt und die Antwort lautet:

Die meisten Erdbeben, bzw. die Plattengrenzen, sind weit entfernt, aber allein die Lage von Deutschland schützt nicht vor Erdbeben.

An geologischen Schwachstellen innerhalb der Platte können auch Erdbeben entstehen, diese Schwachstellen können z.B. Plattenränder sein. Solche Erdbeben tauchen in Deutschland oft auf, aber sie sind zu schwach um Gebäude schwer zu beschädigen.

Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere hunderte Erdbeben gemessen, die jedoch schwach sind. Ein wirklich gefährliches Erdbeben tritt im Schnitt nur alle 30 Jahre auf.

„Menschenbeben“

Nicht nur geologische Prozesse bringen die Erde zum beben, sondern auch der Mensch. z.B. Manche Regionen, in denen großer Bergbau betrieben wird oder wurde, sind stark erdbebengefährdet. Grund dafür sind Hohlräume, die dank dem Bergbau entstanden sind. So etwas geschah z.B. im Februar 2009 im Saarland. Ein Erdbeben, ausgelöst durch den Steinkohlebergbau, erschütterte die gesamte Region um die Stadt Bilsdorf.

Das stärkste Erdbeben in Deutschland

Dieser Erdbeben ereignete sich im Jahr 1756 bei Düren, das Beben hatte die Magnitude, also Stärke, 6,4. Das mag sehr erstaunlich klingen, aber im Vergleich zum stärksten Beben der Welt, das Große Chile-Erdbeben, ist dies nicht so stark.

Erdbeben pro Tag

Pro Tag werden mithilfe von Messgeräten weltweit 9000 Erdbeben gemessen, aber nur höchstens 2% von den Erdbeben sind stark genug um Schaden in Städten anzurichten. Die meisten Beben in Deutschland konzentrieren sich auf das Oberrheintal, die Niederrheinische Bucht, die Schwäbische Alb und das Vogtland.

Also?

In Deutschland bebt die Erde oft, aber nicht stark genug um uns zu schaden, nur manchmal tauchen gefährliche und zerstörerische Erdbeben auf und nur bestimmte Regionen sind von Erdbeben gefährdet, also stehen die Chancen niedrig, dass Ihr euch irgendwann unter den Resten eures eigenen Zuhauses rausgraben müsst.

Ali Akkaya, 7d